ESKON Arbeitskleidung Schutznormen

Was ist PSA

Gewöhnliche Berufsbekleidung kommt bei gefährlichen Einflüssen wie Funkenflug, Hitze und hoher Spannung aber auch bei extremen Witterungsbedingungen und schlechten Sichtverhältnissen schnell an ihre Grenzen. Für Berufe, die in bestimmten Gefährdungsbereichen ausgeübt werden, muss Persönliche Schutzausrüstung, abgekürzt mit PSA, verwendet werden. Trotz der hohen Schutzfunktionen, die für die extremen Einsatzgebiete erforderlich sind, sollte PSA bequem und komfortabel sein.

In jedem Betrieb hat die Sicherheit der Mitarbeiter oberste Priorität. Der erste Schritt besteht daher darin, zu definieren, wofür die Schutzkleidung benötigt wird. Alle Arbeitgeber sind gemäß des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG $$ 3, 4) gesetzlich dazu verpflichtet eine Gefährdungsanalyse für jeden Arbeitsplatz zu erstellen. Der Sicherheitsbeauftragte erstellt anhand dieser Analyse eine detaillierte Übersicht an: Sie führt auf, für welchen Arbeitsplatz in welchem Umfang PSA benötigt wird. Dabei werden die Gefahren, vor denen Schutzkleidung schützen muss, festgelegt.
An dieser Stelle kommen wir von ESKON Workwear ins Spiel. Wir empfehlen die passende persönliche Schutzausrüstung für die festgestellten Vorgaben, damit vollständiger Schutz gegeben ist.

Wissenswertes über PSA

Die PSA wird in 3 Kategorien geordnet

Kategorie I
Schützt PSA vor persönlichen Risiken, wird sie in Kategorie I eingestuft. Hierzu zählt beispielsweise Regenschutzkleidung. Die Kategorie unterliegt keinem EG-Qualitätssicherungssystem. Kleidung, die wir verkaufen, unterliegt hohen Qualitätskontrollen. So stellen wir sicher, dass Standards eingehalten werden.

Kategorie II
In Kategorie II findet sich PSA wieder, die weder in Kategorie I noch in Kategorie III eingeteilt werden kann. Das Risiko für Personen, die in diesem Gefährdungsbereich tätig sind, liegt in mittleren Bereich. Als Beispiel für Bekleidung aus dieser Kategorie ist Warnschutzbekleidung oder Bekleidung für leichten Hitzeschutz zu nennen. Jegliche Bekleidung aus der Kategorie II muss durch eine externe Stelle zertifiziert werden. Bei Bestehen der Zertifizierung wird eine Baumusterprüfbescheinigung ausgestellt. Diese unterliegt keinem EG-Qualitätssicherungssystem.

Kategorie III
Komplexere PSA wird in Kategorie III eingestuft. Dazu zählt Bekleidung, die gegen hohes oder sogar tödliches Risiko schützt: Bekleidung zum Schutz vor Hitze oder vor thermischen Risiken eines Störlichtbogens. Es ist zwingend nötig, dass Bekleidung der Kategorie III von einer externen Stelle zertifiziert wird. Im Anschluss wird eine Baumusterprüfung ausgestellt. Da die Baumusterprüfung einem EG-Qualitätssicherungssystem unterliegt, wird die Prüfung durch externe Stellen regelmäßig wiederholt.

Nachträgliche Veredelung von Schutzbekleidung

Wird Schutzbekleidung nachträglich mit Logos, Stickereien oder reflektierenden Streifen veredelt, muss besonders vorsichtig vorgegangen werden. Werden ungeeignete Materialien verwendet kann die Schutzwirkung der Bekleidung herabgesetzt oder sogar aufgehoben werden. Im schlimmsten Fall kann die Baumusterprüfung, die die Zertifizierung der PSA bestätigt, erlöschen. Eine Prüfung der Auswirkungen auf die Schutzfunktion ist vor Anbringung von Accessoires und Umsetzung von Veränderungen zwingend nötig.

VEREDELUNG VON PSA DER KATEGORIE II
Bei der Veränderung von PSA aus der Kategorie II bedarf es keiner Zustimmung des Prüfinstitutes. Bei der Entscheidung ob und inwieweit Veränderungen durchgeführt werden müssen die Normvorgaben im Hinblick auf die Schutzfunktion allerdings strengstens berücksichtigt werden.

VEREDELUNG VON PSA DER KATEGORIE III
Ausschließlich der Hersteller darf PSA der Kategorie III veredeln. Jegliche Veränderungen am Baumuster sind beim Prüfinstitut, das auch die Baumusterprüfung ausgestellt hat, zu melden. Die vorzunehmende Veränderung wird geprüft und der Baumusterprüfbescheinigung beigelegt. Danach kann der Hersteller die Änderungen durchführen bzw. eine Freigabe für die Änderungen erteilen.
Um kein Risiko durch unsachgemäß durchgeführte Anbringung von beispielsweise Firmenlogos oder Reflexstreifen einzugehen sollte Schutzbekleidung immer professionell veredelt werden. Da die Sicherheit des Trägers das wichtigste Gut ist, ist sie im Zweifelsfall dem Design-Gedanken immer überlegen.

Was ist eine Baumusterprüfbescheinigung?

Wird ein Produkt durch eine Prüfstelle zertifiziert, so wird nach dem Bestehen der Prüfung ein Zertifikat ausgestellt. Dieses Zertifikat ist die offizielle Beurkundung und enthält detaillierte Prüfberichte. Dabei spricht man von einer Baumusterprüfbescheinigung. Ebenfalls im Zertifikat aufgeführt werden Artikelbezeichnung, verwendete Materialien und erfüllte Schutznormen. Seit 2010 ist die Gültigkeit der Bescheinigung auf 5 Jahre begrenzt.

Alle Normen in der Übersicht

Allgemeine Anforderungen an Schutzbekleidung

Die Norm EN ISO 13688 regelt allgemeine Anforderungen, die an Schutzkleidung gestellt werden. Besonders auf allgemeine Erfordernisse in Bezug auf Ergonomie, Alterung, Größen und Kennzeichnungen der Schutzbekleidung wird eingegangen. Dem Benutzer muss durch die Gestaltung der Kleidung maximaler Komfort geboten werden und es dürfen durch die verwendeten Komponenten und Materialien keine unerwünschten Auswirkungen wie Entzündungen, Allergien oder Verletzungen entstehen. Eine sachgemäße Prüfung oder ein OEKO-TEX® Zertifikat muss für die verwendeten Materialien vorliegen, damit negative Auswirkungen ausgeschlossen werden können.

Allgemeine Anforderungen an Schutzhandschuhe

Allgemeine Anforderungen an Design und Konstruktion von Sicherheitshandschuhen werden in der Norm EN 420 festgehalten. Weiterführend geht die Norm auf Leistungsvermögen, Tragekomfort und Unschädlichkeit der Handschuhe ein. Über die relevanten Prüfverfahren, die Sicherheit und Leistung der Handschuhe feststellen, sowie die Informations- und Kennzeichnungspflichten des Herstellers wird ebenfalls Auskunft gegeben.

Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken

Die Kriterien, die Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken erfüllen müssen, sind in der Norm EN 388 erfasst. Die mechanische Beanspruchung wird in 4 Merkmalgruppen unterteilt: Schnittfestigkeit, Reißfestigkeit, Abriebfestigkeit und Stichfestigkeit. Entsprechend dieser 4 Gruppen werden die Handschuhe getestet und anschließend in Leistungsstufen eingeteilt. Die Bewertung erfolgt in Zahlen mit 1 als niedrigste Stufe und 4 als höchste Stufe. Lediglich die Schnittfestigkeit wird mit 5 Leistungsstufen beurteilt. Um die volle Sicherheit zu gewährleisten müssen die Handschuhe mit einem Hammersymbol, dem Namen der Norm sowie der Leistungsstufe gekennzeichnet werden.

Schutz gegen Regen

Bei der Norm EN 343 sind zwei Werte besonders wichtig: Wasserdurchgangswiderstand (Wassersichtigkeit) und Wasserdampfdurchgangswiderstand. An allen eingesetzten Materialien und Nähten werden diese Werte gemessen. Aus den Messergebnissen dieser Prüfung wird die Klasse, in die das Kleidungsstück eingestuft wird, ermittelt. Die Bekleidung wird mit dem Wetterschutzsymbol, der Nummer der Norm und den entsprechenden Klassen gekennzeichnet.

X: (Wasserdurchgangswiderstand)
Y: (Wasserdampfdurchgangswiderstand)

Hochsichtbare Warnkleidung

Bekleidung, die dieser Norm entspricht, soll sicherstellen, dass Träger bei verschiedensten Lichtverhältnissen von allen Seiten besonders von Kraftfahrern als auffällig sichtbar und als Mensch wahrgenommen werden. Diese Norm ist gültig für Situationen mit hohem Risiko. Wenn ein Verkehrsteilnehmer nicht aktiv am Verkehrsgeschehen teilnimmt und als passiver Verkehrsteilnehmer mit anderen Vorgängen beschäftigt ist (Notfallsituationen oder Arbeit) wird von einem hohen Risiko gesprochen.

Die Klassen für hohes Risiko werden in 3 Stufen eingeteilt:

Hohes Risiko Klasse 1
Die Träger nehmen als passive Verkehrsteilnehmer am Straßenverkehr teil. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge beträgt bis zu 30 km/h.

Hohes Risiko Klasse 2
Die Träger nehmen als passive Verkehrsteilnehmer am Straßenverkehr teil. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge beträgt bis zu 60 km/h.

Hohes Risiko Klasse 3
Träger nehmen als passive Verkehrsteilnehmer am Straßenverkehr teil. Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge beträgt mehr als 60 km/h.

Auch bei einer Verkehrsgeschwindigkeit von 15 km/h oder weniger ist das Gefährdungsrisiko für passive Verkehrsteilnehmer als mittelgroß einzuschätzen. Hinzu kommt, dass lokale Einflüsse wie Umgebungskotrast, Verkehrsdichte, Witterungsverhältnisse sowie andere Faktoren zu einer Erhöhung auf die nächste Stufe führen kann.

Schutz gegen kühle Umgebungen

Kleidungsstücke, die zum Schutz gegen die Auswirkungen von kühlen Umgebungen im speziellen mit Temperaturen über –5C° konzipiert werden, müssen der europäischen Norm EN 14058 entsprechen. Die Norm regelt alle Anforderungen und Prüfverfahren für die Eigenschaften der Schutzkleidung. Nicht nur auf niedrige Lufttemperaturen zielt diese Norm ab: Auch Windgeschwindigkeit und Luftfeuchte werden mit einbezogen.

Von dieser Norm ausgeschlossen sind Kälteschutz-Kleidungssysteme.

Eine Einteilung des Wärmedurchgangswiderstands Rct (m² K/W) erfolgt in 4 Klassen.

Klasse 1 0,6 ≤ Rct < 0,12
Klasse 2 0,12 ≤ Rct < 0,18
Klasse 3 0,18 ≤ Rct < 0,25
Klasse 4 0,25 ≤ Rct

Nichtgewerbliche Wasch- und Trocknungsverfahren zur Prüfung von Textilien

Nichtgewerbliche Wasch- und Trocknungsverfahren zur Prüfung von textilen Flächen werden in der Norm EN ISO 6330 festgelegt. Für die drei verschiedenen Bezugswaschmaschinen (Typ A, B und C) werden je nach ausgewähltem Typ sieben bis dreizehn Waschverfahren veranschlagt. Für die Trocknung sind sechs verschiedene Verfahren festgelegt (A-F). Eine Rolle für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse der Verfahren spielen auch die Wasserhärte sowie auch das Waschmittel.

Industrielle Wasch- und Finishverfahren zur Prüfung von Arbeitskleidung

In dieser Norm wird die Wirkung, die industrielles Waschen auf Arbeitskleidung hat, simuliert. Da es technisch nicht möglich ist ein Industriewaschverfahren im Labor zu reproduzieren, liefert diese Norm nur einen Ansatz einer mittelgroßen Versuchseinrichtung. Die acht Waschverfahren, die verwendet werden, sind ausführlich aufgeführt. Für die Trocknung sind zwei Verfahren gelistet: Tumble-Dryer und Tunnel-Finish. Für abschließende Beurteilung der Eignung der Wasch- und Trockenverfahren, sieht sie Norm vor, die Arbeitskleidung mit den in Frage kommenden Verfahren in industriellen Wascheinrichtungen einem originalgetreuen Prüfdurchlauf zu unterziehen.l.

Elektrostatische Eigenschaften

Durch Überschuss oder Mangel an Elektronen auf der Oberfläche von Körpern oder Stoffen entsteht elektrostatische Aufladung. Dieses Phänomen tritt besonders in Zusammenhang mit Stoffen, die nicht oder nur schlecht leiten und an Reibungs- oder Trennvorgängen beteiligt sind, auf. Diese Vorgänge können beispielsweite das Gehen auf isolierendem Untergrund, das Abfüllen von Flüssigkeiten, der Transport von pulverförmigen Rohstoffen oder das Abwickeln von Papier- oder Stoffbahnen sein. Faktoren, von denen die Aufladung abhängt sind unter Anderem Material, Luftfeuchtigkeit und Geschwindigkeit. Die Vermeidung oder die sofortige Abführung der elektrostatischen Ladung wird durch eingearbeitetes leitfähiges Material gewährleistet. Es können z.B. entweder bereits im Garn leitfähige Fasern eingesponnen werden oder beim Herstellungsprozess der textilen Fläche werden leitende Fäden eingesetzt.
Sind Bereiche explosionsgefährdet dürfen sich weder die Schutzkleidung noch die Person elektrostatisch aufladen. Um die Gewährleistung dafür sicherzustellen werden neben ableitfähiger Schutzkleidung auch ableitfähige Sicherheitsschuhe und geerdete Böden verwendet. Außerdem ist es wichtig, dass Schutzbekleidung vollständig geschlossen und eng anliegend getragen werden muss. Das An- oder Ablegen von dieser Kleidung in ist explosionsgefährdeten Bereichen aus Sicherheitsgründen nicht gestattet.

Die Prüfordnung für elektrostatisch ableitfähige Schutzbekleidung zur Vermeidung zündfähiger Entladung wird in der Norm EN 1149 festgelegt.
Die Bewertung erfolgt nach EN 1149-3:2001.

Achtung: Sind nicht ableitfähige Zusatzteile wie Etiketten, Logos oder reflektierendes Band an der Außenseite der Bekleidung angebracht, dürfen diese nicht breiter als 5 cm sein und maximal 10×10 cm Flächeninhalt ausfüllen. Außerdem ist eine dauerhafte Anbringung am Kleidungsstück nötig. Sollten Zusatzteile diese Anforderungen überschreiten, müssen als Nachweis Prüfdaten, die bestätigen, dass auch unter ungünstigen Bedingungen keine zündfähigen Entladungen stattfinden können, vorliegen.

Schutzbekleidung nach EN 1149 kann in folgenden Bereichen Einsatz finden:
Lackierbetriebe | Entleerung von Silosattelfahrzeugen | Chemische/pharmazeutische Industrie | Mischanlagen | Tanklager | Raffinerien | Mühlen | Misch- und Förderanlagen

Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren

Bei der Norm EN ISO 11611 handelt es sich um eine internationale Norm. Sie legt die Leistungsanforderungen an Bekleidungsstücke, die Träger beim Schweißen oder ähnlichen verwandten Tätigkeiten schützen soll, fest. Gefährdungen, vor denen die Kleidung schützen soll, sind unter Anderem flüssige Metallspritzer oder kurzzeitiger Kontakt mit Flammen sowie auch mit Strahlungswärme.

Die Einteilung erfolgt in zwei Leistungsklassen:

Klasse 1 – niedrige Klasse:

Bei weniger riskanten Schweißarbeiten und Situationen mit geringer Strahlungshitze und wenigen Spritzern bietet Klasse 1 Schutz.

Leistungsanforderung:

  • Beständig gegen mindestens 15 Tropfen Metall
  • Wärmedurchgang (Strahlung) RHTI 24 ≥ 7 Sekunden

Klasse 2 – höhere Klasse:

Bei Schweißarbeiten in engen Räumlichkeiten und bei Arbeiten in Zwangshaltung.

Leistungsanforderungen:

  • Beständig gegen mindestens 25 Tropfen Metall
  • Wärmedurchgang (Strahlung) RHTI 24 ≥ 16 Sekunden

Um umfassenden Schutz gegen alle im Beruf des Schweißers üblichen Risiken zu generieren, sollte zusätzlich zur Schutzkleidung nach EN ISO 11611 auch PSA für Gesicht, Kopf, Hände und Füße getragen werden. Dabei ist auf die jeweiligen Normen und Bekleidungskennzeichnungen zu achten.

Die Kennzeichnung der Bekleidung erfolgt mit folgendem Piktogramm. Das Piktogramm wird durch die Bezeichnung der internationalen Norm, der Klassenangabe sowie der Angabe der angewendeten Beflammungsprüfung (A1 und/oder A2) ergänzt.

Achtung: Durch Faktoren wie Luftfeuchtigkeit oder Verunreinigungen durch Schmutz oder Schweiß kann der Schutz beeinträchtigt werden.

Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen

Schutz vor kurzzeitigem Kontakt mit Flammen und gegen mindestens eine Art der Wärmeübertragung bietet die Norm EN ISO 11612. Es wird zwischen verschiedenen Arten von Flammeinwirkung bzw. Hitzeübertragung unterschieden. Folgende Codierung ist auch für die Kennzeichnung der Kleidung wichtig:

Code A: Begrenzte Flammausbreitung
A1 – Beflammung der Fläche
A2 – Beflammung der Kante

Code B: Konvektive Wärme
B1 – B3

Code C: Strahlungswärme
C1 – C4

Code D: Flüssige Aluminium-Spritzer
D1 – D3

Code E: Flüssige Eisen-Spritzer
E1 – E3

Code F: Kontaktwärme
F1 – F3

Die Hitzeübertragung kann einzeln aber auch in Kombination auftreten. Um die EN ISO 11612 zu erfüllen und mit dieser gekennzeichnet zu werden, müssen Produkte immer dem Code A: Begrenzte Flammausbreitung (A1 oder A2, oder beiden) und mindestens einem der anderen Codes entsprechen. Bei der Kennzeichnung ist wichtig, dass neben dem Piktogramm die erreichte Leistungsstufe mit Buchstabencode und Zahl auf dem Etikett vermerkt wird. Je höher die Zahl, desto höher der Schutz.

In folgenden Gebieten kann Schutzkleidung nach EN ISO 11612 eingesetzt werden:

Chemieunternehmen | Transportunternehmen (Transport kühler/warmer Gefahrgüter, Gefahrguttransporte) | Entsorgungsunternehmen (Mineralölverwertung, Industrieschlamm, Metallrecycling) | Versorgungsunternehmen (Gas, Strom, Wasser, Fernwärme, Kabeltechnik) | Hitze- und explosionsgefährdete Betriebe (Automobilindustrie, Stahlwerke, metallverarbeitende Betriebe, Glasverarbeitung) | Petrochemie/ Raffinerien.

Schutz gegen die thermischen Gefahren eines elektrischen Lichtbogens

Prüfverfahren für Schutzbekleidung, die in Arbeitssituationen mit thermischer Gefährdung durch elektrische Lichtbögen eingesetzt wird, sind in dieser Norm genauer definiert. Wenn Strom ionisierte Luft durchläuft entsteht ein Störlichtbogen. Zwei Leiter werden unplanbar und unerwünscht miteinander verbunden. Diese Verbindung hält in der Regel weniger als eine Sekunde an. Ein Störlichtbogen kann durch verschiedene Ursachen bei elektrotechnischer Arbeit ausgelöst werden: technische Defekte, Fehlhandhabungen, Verunreinigungen durch Fremdkörper in der Anlage, veränderte oder wechselnde Witterungsbedingungen wie beispielsweise erhöhte Luftfeuchtigkeit. Da Temperaturen bis zu 10.000° C entstehen können soll geeignete Schutzkleidung die thermischen Auswirkungen des Lichtbogens weitestgehend verhindern. Um davor zu schützen muss der Anzug vollständig und komplett geschlossen getragen werden. In Übereinstimmung mit einer Risikoanalyse muss vor Ort zusätzlich Kopf- und Handschutz getragen werden. Eine Schutzwirkung gegen elektrische Körperdurchströmung liegt bei Schutzbekleidung gegen die thermischen Gefahren eines elektrischen Lichtbogens nicht vor, da die Bekleidung über keine elektrisch isolierenden Maßnahmen verfügt.

Die Unterteilung der Schutzkleidung gegen thermische Gefahren erfolgt in zwei Klassen. Die Unterschiede liegen in der Größe der Lichtbogenenergie und der Einwirkenergie. Due Schutzklassen gegen Störlichtbögen werden mit APC 1 oder APC 2 angegeben.

Um die Schutzfähigkeit von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) zu prüfen werden zwei verschiedene Test-Arten durchgeführt: Box-Test (gerichteter Prüflichtbogen) und Open-Arc-Tests (offener, ungerichteter Prüflichtbogen). Das Ergebnis beim Open-Arc-Test führt zum ELIM-Wert (Energy Incident Limit – in der EU gebräuchlich) oder zum ATPV-Wert (Arc Thermal Performance Value – in den USA/Kanada gebräuchlich). Die beiden Werte spiegeln verschiedene Schutzkriterien wider. Der in Europa gebräuchliche ELIM-Wert gibt die maximale thermische Energie an, bei der die Wahrscheinlichkeit für Verbrennungen 2. Grades bei 0% liegen. Der ATPV-Wert hingegen gibt an, wie hoch die Energieeinwirkung ist, bei der der Träger zu 50% Verbrennungen 2. Grades erleidet. Die Angabe beider Werter erfolgt in Kalorien pro cm².

Schutzbekleidung, die diese Norm trägt, kann mit einem der Piktogramme gekennzeichnet sein.

Schnittschutzbekleidung für Benutzer von handgeführten Kettensägen

Wenn Kleidung dieser Norm entspricht dann bietet sie bei Arbeiten mit handgeführten Kettensägen Schutz gegen Schnittverletzungen im Beinbereich. Durch das Blockieren der Kettensäge wird eine Schutzwirkung erzielt, die Kettensäge kann nicht weiter schneiden. Es gibt verschiedene Grade der Schutzwirkung, die von sehr vielen Einflüssen abhängen: Drehmoment des Motors, Drehzahl der Kettensäge, Dauer und Intensität des Kontaktes, Arbeitsposition, Auftreffwinkel der Schiene auf das Gewebe etc.

Unterscheidung in 3 Schutzklassen

Klasse 1
Bis 20 m/s Kettensägengeschwindigkeit

Klasse 2
Bis 24 m/s Kettensägengeschwindigkeit

Klasse 3
Bis 28 m/s Kettensägengeschwindigkeit

Definition der 3 Designs erfolgt nach Größe und Verteilung des Schutzbereiches am Bein:

Design A+B:
Die Designs sind an gut ausgebildete und professionelle Kettensägeführer zur Ausführung von üblichen Holzerntearbeiten gerichtet. Fast ausschließlich im vorderen Bereich der Schnittschutzhose befindet sich der Schutzbereich.

Design C:
Für Personen, die, wie Feuerwehr- oder THW-Einsatzkräfte, nur selten mit einer Kettensäte arbeiten und nicht die Routine einen professionellen Holzarbeiters besitzen, sind Vorder- und Rückseite mit Schnittschutz ausgestattet und bieten damit einen Rundumschutz.

Die Schutzbekleidung wird mit einem Piktogramm gekennzeichnet, das gut sichtbar an der Bekleidung angebracht werden muss.

Knieschutz für Arbeiten in kniender Haltung

Knieschutzhosen und Knieschutzpolster müssen zusammen zertifiziert werden – nur dann ist der Knieschutz zu gewährleisten. Es handelt sich beim Knieschutz Typ 2 um Polster, die in Taschen am Hosenbein eingelegt werden, und so fix oder lose am Hosenbein befestigt sind.

Die Leistungsstufen sind in 3 Gruppen unterteilt:

Stufe 0
Die Bodenfläche ist ohne Unebenheiten
Es besteht kein Durchstichschutz

Stufe 1
Die Bodenfläche kann Unebenheiten aufweisen
Der Durchstichschutz liegt bei ≥ 100 ± 5 N

Stufe 2
Kann unter schwierigen Bedingungen eingesetzt werden
Der Durchstichschutz liegt bei ≥ 250 ± 10 N

Die Kennzeichnung der Schutzkleidung erfolgt mit dem Piktogramm sowie der Bezeichnung der Norm und der Leistungsstufe

Schutzkleidung gegen flüssige Chemikalien

Mindestanforderungen für Chemikalienschutzanzüge zum begrenzten Einsatz (Typ 6) werden in der Norm EN 13034 festgelegt. Die Schutzbekleidung bietet begrenzten Schutz gegen die Einwirkung von leichten Spritzern von Chemikalien, Aerosolen und Sprays. Geeignet ist sie demnach für Situationen, in denen das Verletzungsrisiko als gering eingeschätzt wird. Sollte die Kleidung verunreinigt werden ist der Träger rechtzeitig dazu in der Lage geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Die Schutzbekleidung des Typ 6 gibt somit die niedrigste Leistungsstufe des Chemikalienschutzes wieder. Es ist nötig, vorab spezielle Chemikalien zu testen. Die Kennzeichnung erfolgt mit dem Piktogramm sowie der Bezeichnung der Norm: EN 13034 Typ 6.

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Kategorien: ESKON WISSENVeröffentlicht am: 8. März 2021

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